1. Die Gasheizung
Die wohl bekannteste und meistverbreitete Heizung ist die Gasheizung: Im Heizkessel wird Erdgas verbrannt, die entstehende Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben.
Gasheizungen sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung und zuverlässig im Betrieb, gelten jedoch als klimaschädlich. Reine Gasheizungen sind nicht mehr staatlich förderfähig und stehen zunehmend im Fokus gesetzlicher Einschränkungen.
Seit dem 1. Januar 2024 dürfen keine reinen Gasheizungen mehr in Neubauten außerhalb von Neubaugebieten eingebaut werden. Spätestens 2028, wenn die Wärmeplanung abgeschlossen ist, sind nur noch Hybridheizungen oder Gasheizungen mit signifikantem Anteil erneuerbarer Energien zulässig.
2. Die Ölheizung
Auch die Ölheizung zählt zu den klassischen Heizsystemen in deutschen Haushalten. Das Heizöl wird aus einem Tank zum Brenner gepumpt, dort vorgewärmt und verbrannt. Die Wärme wird anschließend an das Heizungswasser übertragen.
Ölheizungen verursachen hohe CO₂-Emissionen. Der Einbau ist, wie bei Gasheizungen, nur noch eingeschränkt erlaubt und maßgeblich abhängig von der kommunalen Wärmeplanung.
3. Fernwärme
Fernwärme wird zentral erzeugt und über ein Rohrleitungsnetz direkt ins Gebäude geliefert. Das abgekühlte Wasser fließt zurück ins Netz und wird erneut erhitzt.
Fernwärme gilt als vergleichsweise emissionsarm, abhängig von der Art der Wärmeerzeugung. Für Verbraucher is sie jedoch oft mit höheren laufenden Kosten verbunden und setzt einen Anschluss an das entsprechende Netz voraus, soweit vorhanden.
4. Die Wärmepumpenheizung
Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Erde oder Wasser und bringen diese mithilfe elektrischer Energie auf ein nutzbares Temperaturniveau.
Unterschieden wird zwischen:
- Luft-Wasser-Wärmepumpen
- Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme)
- Wasser-Wasser-Wärmepumpen
Wärmepumpen gelten als besonders zukunftssicher und klimafreundlich, sind jedoch mit höheren Investitionskosten verbunden. Diese werden durch staatlichen Förderungen teilweise abgefedert.
5. Die Solarthermieanlage
Solarthermieanlagen wandeln Sonnenenergie in Wärme um und unterstützen die Heizungsanlage sowie die Warmwasserbereitung.
Sie werden meist nicht als alleinige Heizung, sondern in Kombination mit anderen Systemen eingesetzt. Der große Vorteil: geringe Betriebskosten und attraktive Fördermöglichkeiten.
6. Holzheizungen (Scheitholz, Pellet, Hackschnitzel)
Holzheizungen nutzen wachsende Rohstoffe wie Scheitholz, Holzpellets oder Hackschnitzel. Besonders Pelletheizungen sind weit verbreitet und weitgehend automatisiert.
Sie gelten als relativ CO₂-neutral, benötigen jedoch ausreichend Lagerraum und sind in der Anschaffung kostenintensiv. Auch hier gibt es staatliche Förderungen.
6. Die Hybridheizung
Hybridheizungen kombinieren zwei Heizsysteme, häufig eine Wärmepumpe mit einer Gas- oder Ölheizung.
Das erneuerbare System deckt den Grundbedarf, während das konventionelle System bei Spitzenlasten unterstützt. Hybridheizungen gelten als Übergangslösung und können unter bestimmten Bedingungen gefördert werden.
6. Die Elektroheizung
Elektroheizungen wandeln Strom direkt in Wärme um. Dazu zählen Direktheizungen, Nachtspeicherheizungen oder Heizlüfter.
Sie sind günstig in der Anschaffung, verursachen jedoch hohe Stromkosten und sind energetisch wenig effizient. Ihr Einsatz beschränkt sich meist auf Zusatz- oder Übergangslösungen.
6. Die Infrarotheizung
Infrarotheizungen erzeugen Wärmestrahlung und bieten ein angenehmes Wärmeempfinden. Sie eignen sich für gut gedämmte Gebäude oder einzelne Räume, sind aber bei dauerhaftem Betrieb stromintensiv.
6. Blockheizkraftwerk (BHKW)
Ein Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
BHKWs sind besonders effizient, wenn sie kontinuierlich laufen, und eignen sich daher vor allem für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeobjekte.
6. Nahwärme
Nahwärme funktioniert ähnlich wie Fernwärme, jedoch auf lokaler Ebene, etwa in Wohnquartieren. Die Wärme stammt häufig aus Biomasse, Wärmepumpen oder Abwärme.
Sie gilt als nachhaltige Lösung, setzt jedoch ein entsprechendes Nahwärmenetz voraus.
Welche Heizung ist die richtige für mich?
Welche Heizungsanlage die beste Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem:
- Gebäudetyp und Dämmstandard
- Platzverhältnisse
- Investitions- und Betriebskosten
- Gesetzliche Vorgaben
- Persönliche Präferenzen
Mit unserem Heizungsrechner erhalten Sie eine erste Orientierung, welche gängigen Heizsysteme für Ihr Gebäude infrage kommen. Eine individuelle Fachberatung sollte dennoch nicht fehlen.